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Datum: 09.05.2026

36. Landesdelegiertenkonferenz - Mit neuer Stärke in die Zukunft

Mit großer Beteiligung und einer engagierten Atmosphäre fand am 09. Mai 2026 die 36. Delegiertenversammlung des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern e.V. in der Rotunde auf dem Gelände der HanseMesse Rostock statt. Insgesamt 158 Delegierte aus allen Regionen des Landes kamen zusammen, um Bilanz zu ziehen, zentrale jagdpolitische Themen zu diskutieren und die personellen Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Die diesjährige Landesdelegiertenkonferenz stand dabei gleichermaßen im Zeichen von Kontinuität, Erneuerung und dem gemeinsamen Blick nach vorn.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde deutlich, welche Bedeutung der Landesjagdverband mittlerweile weit über die klassische Interessenvertretung hinaus einnimmt. In seinem Bericht stellte Präsident Dr. Florian Asche die Rolle der Jagd in einer sich wandelnden Gesellschaft in den Mittelpunkt. Themen wie öffentliche Kommunikation, Jagdethik, künstliche Intelligenz und der zunehmende Einfluss von Tierrechtsbewegungen verdeutlichten, dass die Jagd heute mehr denn je sprachfähig, sichtbar und erklärbar sein muss. Besonders hervorgehoben wurden die vielfältigen Aktivitäten des Verbandes in der Öffentlichkeitsarbeit, der Umweltbildung und der Nachwuchsförderung.

Einen breiten Raum nahmen zudem die aktuellen jagdpolitischen Herausforderungen ein. Die Diskussionen um das Wolfsmanagement, die Entwicklung der Rotwildbestände, das Prädatorenmanagement sowie die Einführung wildökologischer Raumplanung zeigen, wie intensiv sich der Verband mit den praktischen Herausforderungen im Land auseinandersetzt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Landesjagdverband seine Rolle als konstruktiver, aber klar positionierter Gesprächspartner gegenüber Politik und Verwaltung weiter ausbauen wird.

Ein besonderer Höhepunkt der Versammlung war die Vorstellung der geplanten Messe „Tier- und Natur 2027“, die gemeinsam mit der HanseMesse Rostock entwickelt wird. Mit großer Begeisterung nahmen alle 158 Delegierten die Verkündung auf, dass auch der Landesangelverband Mecklenburg-Vorpommern Kooperationspartner der Messe wird. Die Veranstaltung soll vom 4. bis 6. Juni 2027 stattfinden und die Themen Jagd, Natur, Angeln, Umweltbildung sowie Familienangebote in einem neuen und modernen Messeformat zusammenführen. Zudem wird am 5. Juni 2027 im Rahmen der Messe erstmals seit langer Zeit wieder ein Landesbläserwettstreit ausgetragen. Mit dem Ziel, Verständnis für Jagd und Angeln zu fördern und Naturerlebnisse für alle Generationen zugänglich zu machen, entsteht damit ein zukunftsweisendes Projekt für Mecklenburg-Vorpommern.

Große Aufmerksamkeit erhielt auch der Fachvortrag von Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung zum Thema Stoffwechselruhe des Schalenwildes. Die wissenschaftlichen Ausführungen zur Wirkung von Störungen und Bewegungsjagden im Winter regten zu intensiven Diskussionen an und unterstrichen die Bedeutung eines verantwortungsvollen und wildbiologisch fundierten Jagdmanagements. Die Debatte um die Januarjagd zeigte zugleich, wie engagiert und differenziert die Mitglieder aktuelle Entwicklungen begleiten.

Im Mittelpunkt des geschlossenen Teils standen schließlich die Wahlen des Präsidiums und der Rechnungsprüfer. Die Delegierten sprachen Dr. Florian Asche mit großer Mehrheit erneut das Vertrauen aus und bestätigten ihn im Amt des Präsidenten. Nicht erneut kandidiert haben Martin Rosch, Bernd Wieczorkwoski und krankheitsbedingt Dr. Henning Wetzel. Der Verband dankt allen für ihre geleistete Arbeit und wünscht ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute. In einer spannenden Wahl um den Posten des Vizepräsidenten wurde Jan Pagels wiedergewählt. Neu in das Präsidium aufgenommen wurden Christoph Niedermeyer, Reneé Pollak und Sandy van Baal, die als erste Frau in der Geschichte des Landesjagdverbandes das Amt einer Vizepräsidentin übernimmt. Zum neuen Schatzmeister wählten die Delegierten den aus der Feldberger Seenlandschaft stammenden Steuerberater Frank Maron. Jan Grundmann wurde mit deutlicher Mehrheit als Pressesprecher wieder gewählt. Mit einstimmiger Blockwahl wurden auch die bereits bekannten Rechnungsprüfer Kai Schillmann und Jens Kloda bestimmt. Die Wahlergebnisse spiegeln den Wunsch der Mitglieder wider, Bewährtes fortzuführen und zugleich neue Impulse für die Zukunft des Verbandes zu setzen.

Falk Sättler aus dem KJV Rostock wurde als neuer Leiter der Arbeitsgruppe Jagdkultur und Brauchtum vorgestellt. Er übernimmt das Amt von Jan Grundmann, der sich künftig vollumfänglich seiner Tätigkeit als Pressesprecher widmet. Falk Sättler ist musikalischer Leiter der Jagdhornbläsergruppe Quellental und engagiert sich seit vielen Jahren in der Nachwuchsarbeit im jagdlichen Brauchtum. Er trägt maßgeblich zur Ausrichtung des Landesjagdhornbläserwettstreits im kommenden Jahr bei.

Neben den personellen Entscheidungen wurden auch zahlreiche Themen der Verbandsentwicklung diskutiert. Von der Digitalisierung der Mitgliederverwaltung über die Weiterentwicklung des Jägerlehrhofes bis hin zur Stärkung des Jagdgebrauchshundewesens und der Förderung regionaler Projekte aus Mitteln der Jagdabgabe.

Darüber hinaus würdigte die Delegiertenversammlung das langjährige Engagement verdienter Mitglieder. Mit der Niederlegung seines Amtes als langjähriger Schatzmeister des Verbandes wurde Bernd Wieczorkowski mit der Verdienstnadel in Gold geehrt. Ebenso erhielten die Weidgenossen René Braun, Manfred Maahs, Martin Leo, Elke Kägebein, Uwe Jeziorowski, Klaus Hansen und Hubertus Hübner die Verdienstnadel in Gold.

Wir danken den Jagdhornbläsern vor Ort, die die Delegiertenversammlung begleitet haben, sowie den zahlreichen Ehrenamtlichen in den Kreisverbänden, Hegeringen und Arbeitsgruppen, deren täglicher Einsatz die Grundlage für ein lebendiges Verbandsleben bildet. Ein besonderer Dank gilt Kai Schillmann und Reinhard Schlag für ihre verdienstvollen Tätigkeiten als Kreisschatzmeister. Sie haben ihre Ämter nach über 25 bzw. 35 Jahren niedergelegt.

Die 36. Delegiertenversammlung hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern geschlossen, arbeitsfähig und zukunftsorientiert aufgestellt ist. Damit war diese Veranstaltung weit mehr als ein formaler Verbandstag – sie setzte ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, Engagement und die gemeinsame Überzeugung, die Zukunft der Jagd in Mecklenburg-Vorpommern aktiv zu gestalten.

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