Pflanzenbörse 2026 - Jäger pflanzen für mehr Leben im Revier
Am 18. April war es endlich soweit und die Pflanzenbörse hatte ihren Stichtag. Gemeinsam mit der Forstbaumschule Güstrow konnte der Landesjagdverband ein Zeichen für eine engagierte und nachhaltige Niederwildhege setzen. Besonders das Rebhuhn, als Vogel des Jahres 2026, profitiert von einer strukturreichen Landschaft, zu welcher jeder etwas beitragen kann.
Bereits im Jahr 2025 begann die Organisation, angefangen mit dem Gedanken, die Pflanzenbörse erneut ins Leben zu rufen. Am 09. Oktober stand der erste Besuch in der Forstbaumschule an. In intensiven Gesprächen wurden gemeinsame Ansätze entwickelt und ein Konzept erarbeitet, mit dem die Bedeutung strukturreicher Lebensräume stärker in den Fokus der Jägerschaft gerückt werden soll.
Linda Leist, Mitinhaberin der Forstbaumschule, erläuterte die einzelnen Arbeitsschritte zur Gewinnung hochwertigen Pflanzgutes. Von der Saatgutgewinnung über Reinigung, Trocknung und Lagerung bis hin zur Aufzucht wird deutlich, dass die Qualität des Ausgangsmaterials maßgeblich für die spätere Etablierung standortgerechter Gehölze ist. Diese Sorgfalt bildet die Grundlage für stabile und langfristig funktionierende Vegetationsstrukturen.
Standortgerechte Heckensträucher und Baumarten – darunter Holunder, Schlehe, Weißdorn, Haselnuss, Wildbirne und Feldahorn – wurden in die Fläche gebracht. Unterstützt wurde die Aktion durch Frankonia. Jede Abnehmerin und jeder Abnehmer erhielt einen 5-Euro-Gutschein pro Pflanzenbund, einlösbar im Online-Shop oder in den Filialen.
Die Pflanzenbörse 2026 war mit 6.500 Pflanzen restlos ausverkauft!
Doch welche ökologische Bedeutung haben diese Maßnahmen für die Hege? Die eingebrachten Gehölze erfüllen mehrere zentrale Funktionen im Lebensraumgefüge. Sie bieten Deckung, strukturieren den Raum und schaffen ein vielfältiges Äsungsangebot. Insbesondere dornenreiche Sträucher wie Schlehe und Weißdorn leisten einen wichtigen Beitrag zum Prädationsschutz und erhöhen die Überlebenswahrscheinlichkeit von Niederwildarten wie Kaninchen, Fasan und Rebhuhn.
Auch für Schalenwild ergibt sich ein bedeutender Effekt. Ein vielfältiges und gut verteiltes Äsungsangebot kann dazu beitragen, den Druck auf landwirtschaftliche Kulturen zu reduzieren. Entscheidend ist hierbei nicht allein die Wilddichte, sondern vor allem die Verfügbarkeit und Qualität der Äsung im Lebensraum. Die Maßnahme unterstützt somit nicht nur das Niederwild, sondern trägt insgesamt zu einer funktionaleren und resilienteren Landschaftsstruktur bei.
Die Pflanzenbörse 2026 zeigt eindrucksvoll, dass moderne Jagd weit über die reine Bejagung hinausgeht. Durch die gezielte Pflanzung standortgerechter Gehölze werden nicht nur Deckung und Äsung verbessert, sondern vor allem dringend benötigte Strukturen in der Kulturlandschaft wiederhergestellt. Hecken, Saum- und Mantelzonen schaffen vielfältige Lebensräume, erhöhen die Biodiversität und stabilisieren Wildtierbestände nachhaltig.
Die Pflanzenbörse ist damit mehr als eine einmalige Aktion – sie ist ein praxisnahes Beispiel für zukunftsorientierte, lebensraumbezogene Hege. Ihr Erfolg unterstreicht, dass gemeinschaftliches Engagement und fachlich fundierte Maßnahmen einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Reviere leisten können.
Jana Saßmannshausen, Auszubildende Revierjägerin