Babesiose-Gefahr für Hunde auch im Herbst
Tierärzte melden aktuell vermehrt Babesiose-Fälle in der Region. Die durch die Wiesenzecke übertragene Erkrankung kann für Hunde lebensgefährlich werden. Gerade während der Jagdsaison sind Jagdhunde einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Worauf Hundeführer und Hundeführerinnen achten sollten und wie sich Hunde wirksam schützen lassen.
Die Zahl der Babesiose-Erkrankungen bei Hunden nimmt derzeit spürbar zu. Tierärzte aus der Region berichten von vermehrten Fällen der auch als „Hundemalaria“ bekannten Erkrankung. Besonders betroffen sind aktuell Jagdhunde, die während der laufenden Drückjagdsaison regelmäßig in Feld, Wald und Dickungen eingesetzt werden.
Übertragen wird die Krankheit durch die Wiesenzecke, die vielen noch unter ihrem früheren Namen Auwaldzecke bekannt ist. Anders als häufig angenommen, sind diese Zecken nicht nur im Frühjahr und Sommer aktiv. Bereits bei Temperaturen ab etwa 4 Grad Celsius beginnen sie mit der Wirtssuche und können selbst nach kalten Nächten oder leichtem Bodenfrost aktiv sein. Damit besteht auch in den Herbst- und Wintermonaten ein relevantes Infektionsrisiko.
Babesiose wird durch einzellige Blutparasiten verursacht, die die roten Blutkörperchen des Hundes befallen und zerstören. Die Erkrankung kann innerhalb kurzer Zeit einen schweren Verlauf nehmen und endet unbehandelt häufig tödlich. Umso wichtiger ist es, betroffene Hunde frühzeitig zu erkennen und schnell tierärztlich behandeln zu lassen.
Die ersten Krankheitsanzeichen treten meist ein bis drei Wochen nach der Infektion auf. Häufig zeigen die Tiere hohes Fieber, wirken ungewöhnlich matt und verlieren ihre Arbeits- und Leistungsbereitschaft. Auch Fressunlust, blasse oder gelblich verfärbte Schleimhäute sowie dunkel verfärbter oder blutiger Urin können auf eine Infektion hinweisen. Nicht jeder Hund zeigt jedoch alle Symptome.
Wer entsprechende Veränderungen feststellt, sollte keine Zeit verlieren und umgehend tierärztlichen Rat einholen. Je früher die Erkrankung diagnostiziert und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Die aktuell steigenden Fallzahlen machen deutlich, dass ein konsequenter Zeckenschutz heute wichtiger denn je ist. Jagdhunde sind unverzichtbare Helfer im Revier und verdienen besonderen Schutz vor Krankheiten, die ihre Gesundheit und Einsatzfähigkeit gefährden können.
Weitere Informationen: www.esccap.de
Diese Symptome sollte man erkennen:
✔ Fieber über 40 °C
✔ Auffällige Mattigkeit oder Leistungsschwäche
✔ Keine Arbeits- oder Bewegungsfreude
✔ Fressunlust
✔ Blasse oder gelbliche Schleimhäute
✔ Dunkelbrauner oder blutiger Urin
✔ Deutlich verändertes Verhalten nach Jagd- oder Reviereinsätzen
Wichtig: Die Symptome treten häufig erst ein bis drei Wochen nach einem Zeckenstich auf. Zeigt ein Hund mehrere dieser Anzeichen, sollte er umgehend tierärztlich untersucht werden.
So schützen Sie Ihren Hund:
Mit diesen Maßnahmen senken Sie das Risiko einer Infektion.
✔ Ganzjährigen Zeckenschutz anwenden und das passende Präparat mit der Tierarztpraxis abstimmen.
✔ Den Hund nach jedem Jagd-, Übungs- oder Reviereinsatz gründlich absuchen.
✔ Festgesaugte Zecken sofort und vollständig entfernen.
✔ Besonders in Bereichen mit hohem Zeckenvorkommen aufmerksam sein.
✔ Hunde nach jedem Einsatz auf Veränderungen im Verhalten oder Leistungsvermögen beobachten.
Merke: Auch im Winter besteht Zeckengefahr. Ein lückenloser Zeckenschutz sollte deshalb das ganze Jahr über selbstverständlich sein.