Pressemitteilung Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut) tritt im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf
Unsere Geschäftsführerin, Anja Blank, beklagt den Verlust zweier Jagdhunde durch die Aujeszkysche Krankheit. Beide Tiere gehörten zu einer Stöberhundgruppe, die am 14.11.2025 zum Einsatz in einem Forstrevier bei Mestlin im Landkreis Ludwigslust-Parchim kam. Dort kam es während der Jagd mehrfach zu Schwarzwildkontakt.
Chronologie der Ereignisse
- Am Einsatztag binden beide Hunde zwei Stück Schwarzwild. Diese wurden abgefangen. Beide Hunde zeigten sich nach der Jagd erschöpft, aber gesund.
- Am 20.11.2025 beginnt die Hündin, sich am Nachmittag am Kopf zu kratzen; am Morgen des 21.11.2025 wird sie als Notfall von der Haustierärztin versorgt. Um 13:00 Uhr erfolgt die Überweisung nach Rostock in die Tierklinik, da der Zustand sich verschlechtert und keine Medikation anschlägt. Die Tierklinik Rostock diagnostizierte Aujeszky. Die Hündin wird am 21.11.2025 eingeschläfert.
- Am folgenden Tag, dem 22.11.2025 zeigt der Rüde Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden und starke Schmerzen. Der Tiernotdienst wird eingeschaltet, erste Diagnose ist Pankreatitis. Nach eingehender Untersuchung in der Tierklinik Rostock bestätigt sich wieder die Diagnose Aujeszky. Auch der Rüde wird umgehend eingeschläfert.
Es handelt sich um eine ernstzunehmende Erkrankung, die zwar nicht zoonoisch verläuft, jedoch aber Wild- als auch Haustierbestände betreffen kann. Während die Krankheit für den Menschen ungefährlich ist, verläuft sie bei anderen Säugetieren wie Hunden und Katzen tödlich und führt zu schwerwiegenden neurologischen Symptomen wie Juckreiz, Lähmungen und Krämpfen. Wir betonen die Bedeutung von frühzeitiger Meldung ungewöhnlicher Symptome beim Tierarzt und konsequenter Präventionsmaßnahmen.
Generelle Präventions- und Handlungsempfehlungen hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim in einer Presseerklärung herausgegeben: Veterinäramt warnt vor Aujeszkyscher Krankheit / Landkreis Ludwigslust-Parchim.
Der Landesjagdverband MV setzt sich dafür ein, dass zusammen mit dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern und den Veterinärämtern ein Monitoring zum Infektionsrisiko bei Wildschweinen initiiert wird.
Nur wenn wir wissen, wie hoch das Risiko in einzelnen Gebieten ist, können wir die Jagdstrategien auf Schwarzwild anpassen und die Hunde möglichst vor einer Infektion mit dem für sie tödlichen Virus schützen.
Unabhängig davon bitten wir eindringlich alle Jäger, erlegtes Schwarzwild nicht während der Jagd aufzubrechen, Schwarzwild auf die Ausschussseite zu legen und die Hundeführer zu informieren, wenn sich ein Hund an einem Schwein genossen macht.
Hundeführer sollten ihre Kleidung und die der Hunde (Schutzwesten, Halsungen) nach Kontakt mit dem Schwarzwild gründlichst reinigen und soweit wie möglich desinfizieren. Der Erreger ist sehr lange überlebensfähig.
Malchow, 26.11.2025
Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Zusätzliche Hinweise:
Quelle: aus Heinritzi /Gindele/Reiner/Schnurrbusch, Schweinekrankheiten
Die Haltbarkeit des Schweine Herpesvirus (Aujeszky) beträgt:
- in Heu, Stroh und Futtermitteln bei 25 Grad Celsius bis zu 40 Tagen
- in Muskelfleisch bis 36 Tage
- in Gülle und Urin bis zu 6 Wochen
- das Virus ist stabil bei pH - Werten zwischen 5 und 11
- es ist hitzeverträglich bis zu 60 Grad Celsius
- direkte Sonneneinstrahlung inaktiviert das Virus in 6-8 Stunden
- bei Frost bis -12 Grad Celsius überlebt das Virus in Sekreten und Kadavern wochenlang
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